Industrie 4.0 gewinnt an Stellenwert

Digital | 1 Kommentare | von Claudia Hilker

Industrie 4.0 hat deutlich an Fahrt aufgenommen. Es hat im vergangenen Jahr für die ITK-Branche deutlich an Bedeutung gewonnen. Rund jedes vierte IT-Unternehmen bietet spezielle Lösungen zur Steuerung von Entwicklung und Produktion über das Internet an. Ähnlich viele Unternehmen entwickeln zurzeit solche Angebote. Vor einem Jahr waren es erst 10 bzw. 13 Prozent. Damit hat sich der Anteil der IT-Unternehmen, die intensiv an Industrie-4.0-Lösungen für ihre Kunden aus der Fertigungsindustrie arbeiten, mehr als verdoppelt. Das hat eine repräsentative Branchenbefragung im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM ergeben.

Industrie 4.0 fördert die Produktion

Die Industrie steht vor einem massiven Umbruch. Die Innovationszyklen werden kürzer, die Flexibilisierung der produzierenden Akteure steigt ebenso wie die Individualisierung von Produkten. Maßgebliche Treiber der Entwicklung sind das Internet und Innovationen aus dem ITK-Bereich. Dieser Transformationsprozess des industriellen Sektors wird mit dem Begriff „Industrie  4.0“ umschrieben. Er fordert eine stärkere Zusammenarbeit der ITK-Branche und der Fertigungsindustrie. Fast jedes vierte ITK-Unternehmen bietet Industrie-4.0-Lösungen an. Dies ist eine Verdoppelung innerhalb eines Jahres. Somit wird Industrie 4.0 zum zentralen Wettbewerbsfaktor für deutsche Industrie. „Vor einem Jahr war Industrie 4.0 noch ein sehr erklärungsbedürftiger Begriff – in kurzer Zeit hat er sich etabliert, sowohl im allgemeinen Sprachgebrauch wie in der praktischen Umsetzung“, sagte Michael Kleinemeier vom BITKOM-Präsidium bei der Vorstellung der Umfrage auf der CeBIT.

Industrie 4.0: Bedeutung für die Zukunft

Die Bedeutung von Industrie 4.0 wird weiter steigen. 9 von 10 ITK-Unternehmen glauben, dass Industrie 4.0 schon in 4 Jahren ein wichtiges Geschäftsfeld für die eigene Branche sein wird. Vor einem Jahr teilten erst 8 von 10 Unternehmen diese Einschätzung. Jedes dritte Unternehmen betrachtet Industrie 4.0 bereits heute als wichtiges Geschäftsfeld der Branche. Die IT-Branche hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit Industrie 4.0 auseinandergesetzt. Die Industrie steht allgemein für ein Fünftel der Umsätze der ITK-Branche. Das Marktvolumen wird dieses Jahr voraussichtlich knapp 31 Milliarden Euro betragen.

 

Globale Wettbewerbsfähigkeit für deutsche Firmen

Laut Umfrage sind Industrie und verarbeitendes Gewerbe für über zwei Drittel der ITK-Unternehmen sehr wichtige oder wichtige Kunden.„Vom Zusammenwachsen der Fertigungsindustrie mit dem Internet profitieren IT-Anbieter ebenso wie die Fertigungsindustrie“, sagte Kleinemeier. Nach Aussage von 60 Prozent der Hightech-Unternehmen spielt Industrie 4.0 eine „sehr wichtige“ Rolle für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. 2013 waren noch 49 Prozent dieser Ansicht. „Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass der allgemeine Trend zur Digitalisierung von Prozessen und Produkten ausgerechnet vor der Fertigungsindustrie zum Stehen kommt“, sagte Kleinemeier. Zur Methodik: Das Marktforschungsinstitut Aris hat im Auftrag des BITKOM im Januar 315 ITK-Unternehmen zu Industrie 4.0 befragt. Die Befragung ist repräsentativ für die ITK-Branche. Der Umsatz der ITK-Branche mit der Industrie basiert auf Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Techconsult.

 

Internationale Mitbewerber

Die Ausgangsposition für das Zusammenwachsen von Fertigung und Internet ist hierzulande gut. Mehr als jedes zweite IT-Unternehmen (52 Prozent) hält die deutsche Industrie in der vierten industriellen Revolution im internationalen Vergleich für führend oder in der Spitzengruppe. Kleinemeier warnte aber davor, sich auf den Erfolgen auszuruhen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigten, dass bei disruptiven Veränderungen auch bisherige Weltmarktführer schnell an Anschluss verlieren, wenn sie sich nicht rechtzeitig auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Wirtschaftsnationen wie China, USA, Großbritannien oder Südkorea haben spezielle Industrie-4.0-Programme zur schnelleren Industrialisierung ihrer Volkswirtschaft aufgelegt.

 

Was die ITK-Branche einbringt für die Industrie 4.0

Die ITK-Branche kann zu Industrie 4.0 vier Dinge beitragen: 1) Infrastruktur, 2) Prozess-Know-How, 3) Sicherheit und 4) eingebettete IT-Systeme.
  1. Bei den Infrastrukturen geht es insbesondere um die Vernetzung bislang autonomer Einheiten. Dafür sind Datenverbindungen, Schnittstellen, Standards und Protokolle nötig.
  2. Die IT verfügt über umfangreiches Wissen über Prozesse und Organisation.
  3. Die Prozesse müssen bei der Verlagerung ins Internet besonders stark abgesichert werden.

Fazit: Eingebettete Systeme sind das Herzstück von Industrie 4.0: Softwaremodule, Mini-oder Mikro-Computer, die in ein technisches Umfeld integriert werden. Die klassische Hardware-Produktion ist zwar weitgehend abgewandert, aber Deutschlands Embedded-Anbieter sind weltweit führend bei softwareintensiven Systemen. Allerdings ist die deutsche Embedded-Systems-Landschaft im internationalen Vergleich sehr fragmentiert, die Konkurrenten aus dem Ausland haben im Vergleich dazu einige Größenvorteile. Hilker Consulting berät viele Unternehmen im Change-Management. Bei Interesse an einem Change Management Workshop schreiben Sie uns einfach eine E-Mail.

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Kommentare

  1. jwd says:

    absolute Bestätigung und die eigene Einschätzung, dass Deutschland hier den Anschluss verpassen könnte….
    (http://www.smowl.de/industrial-internet/)

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