Neue Trends in der digitalen Kommunikation

Digital | 2 Kommentare | von Claudia Hilker

Durch die Digitalisierung entstehen stetig neue Trends in den verschiedensten Branchen. So auch in der Kommunikation. Auf der dmexco 2015 habe ich in einem Vortrag von Stefan Epler, Head of Strategy von Lewis PR, teilgenommen. Es ging um die Frage: Was geschieht mit der Kommunikation in der Digitalisierung?

Die Kommunikation verändert sich

Stefan Epler hat fünf Trends vorgestellt, die in Zukunft für die Unternehmenskommunikation von Bedeutung sein werden. Dazu gehören das Content Marketing, die Digitalisierung, bezahltes Gehör, die Verschmelzung von PR und Marketing und das Digital Storytelling.

Content Marketing

Content Marketing gewinnt stetig anKommunikation Bedeutung und Unternehmen müssen simples Werben zurückstellen, um die eigenen Produkte durch informative und spannende Inhalte zu ergänzen. Dabei wird der Aufwand, sich von der Konkurrenz in den Inhalten zu unterscheiden, immer teurer und aufwändiger. Dies kann unter Umständen dazu führen, dass sich der Mehrwert der Inhalte durch das steigend benötigte Budget aufhebt. Die Budgetverteilung konzentriert sich immer stärker auf die Erstellung des Contents und immer weniger auf die Verbreitung. Durch die steigende Konzentration auf das Content Marketing wird das klassische Marketing immer mehr verdrängt.

Digitalisierung in der Kommunikation

Die junge Generation informiert sich über die neusten Nachrichten in sozialen Netzwerken. Um als Unternehmen dabei weiterhin interessant zu bleiben, müssen sich diese den Angewohnheiten der Kunden anpassen. Durch die steigende Bedeutung sozialer Netzwerke wird die dortige Präsenz gerade für Journalisten immer wichtiger.  Die Möglichkeit, Beiträge zu liken, zu kommentieren und zu teilen, verringert die Distanz zu den Lesern. Negative Kommentare lassen durch diese geringe Distanz nicht lange auf sich warten. Deshalb steigen die Anforderungen an die Beiträge.

Bezahltes Gehör

Nachdem das Potential von Social Media PlattformenKommunikation für Unternehmen erkannt wurde, entstanden für diese nach und nach kostenpflichtige Angebote, um als Unternehmen auf Plattformen, wie Facebook, werben zu können. Im Speziellen bei der Zusammenarbeit mit Bloggern ist eine Bezahlung von Beiträgen Pflicht, da diese anders als Journalisten nicht an deren Lieferung zu einem bestimmten Datum gebunden sind. Daher sollten Unternehmen bei der Budgetverteilung für das Marketing darauf achten, ausreichend Budget für Onlineanzeigen in Social Media Plattformen und für Blogger einzuplanen.

Einen Spezialfall sind laut Epler dabei YouTuber, weil deren Accounts Plattformen und Beiträge in einem darstellen. In Bezug auf die YouTuber besteht mit Unternehmen branchenspezifisch eine ähnliche Zusammenarbeit, wie mit Verlagshäusern. Möchten Unternehmen eine jüngere Generation als potentielle Kunden gewinnen, kommt man an YouTubern meist nicht mehr vorbei. Immerhin lösen sie bei der jüngeren Generation Hypes aus. Allerdings verlangen YouTuber, Blogger und Instagrammer, laut Epler, je nach Reichweite eine hohe Bezahlung.

Verschmelzung von PR und Marketing

Durch die immer stärker steigende BedeutungKommunikation von Content-Marketing verschmelzen PR und Marketing immer stärker mit einander. Damit dies reibungslos abläuft, müssen sich Abteilungssilos auflösen, die mit der Unternehmensgröße mitwachsen. Darüber hinaus müssen besonders in großen Unternehmen festgefahrene Strukturen aufgebrochen werden. Durch die Verschmelzung der beiden Abteilungen gibt es aber bei den Mitarbeitern Ängste. Im Besonderen bei Abteilungsleitern kann die Angst aufkommen, dass durch die Fusion der Abteilungen die eigene Stelle nicht mehr benötigt wird. Problematisch ist bei der Veränderung der PR- und Marketingstruktur auch, an welchen Zielen eine Position gemessen wird, da PR Manager andere Arbeitsinhalte ausfüllen, als Marketingmanager. Um die Transformation der Marketing- und PR-Abteilungen zu bestehen, müssen die involvierten Personen frühzeitig miteinander in Kontakt treten.

Digital Storytelling – Wie muss man eine Geschichte aufarbeiten?

Als weiterer Trend in der Kommunikation wird das Digital Storytelling eingestuft. Grund dafür ist, dass das Storytelling an sich schon lange vorhanden ist, sich der Begriff des Digital Storytelling aber erst mit dem Beginn der Digitalisierung gebildet hat. Dieser Begriff hat seine Berechtigung, da laut Stefan Epler durch die voranschreitende Kommunikation über das Internet, 90 Prozent der Informationen der Menschheit in den letzten 2 Jahren entstanden ist.

Fazit: Die Digitalisierung bringt zahlreiche Neuerungen mit sich. Die Kommunikation muss sich auf deutliche Veränderungen einstellen, die nicht nur die Art und Weise der Kommunikation mit den Kunden betrifft, sondern auch unternehmensinterne Prozesse und Strukturen.

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Kommentare

  1. Hallo Frau Hilker,

    es gibt sie also doch! Vertreter unserer „Zunft“, die die Veränderungen in der Kommunikationsarbeit klar sehen und adressieren. Bisher ist mir bei den diversen Fachkongressen, allen voran dem Kommunikationskongress, immer nur mit Presseartikel gewunken worden. Vielleicht liegt das auch daran, dass sich Agenturen wie Lewis PR viel schneller auf neue Gegebenheiten einstellen, als Unternehmen und ihre Kommunikatoren das tun.

    Im Mittelstand stelle ich immer fest, dass – wenn professionelle Kommunikation überhaupt ein Thema ist – vor allem die Pressearbeit im Fokus steht. Leider völlig blind und ohne Berücksichtigung der Veränderungen im Nutzerverhalten und etwaiger strategischer Ziele. Spannenderweise ist das bei den Marketingkollegen im Mittelstand anders, aber irgendwie schafft es die Kommunikation gefühlt nicht, sich in mittelständischen Unternehmen zu evolutionieren.

    In dem Vortrag wurde nicht zufällig angerissen, inwieweit sich diese Entwicklung auch außerhalb von Großunternehmen und der Konzernwelt fortpflanzt, oder? Und gab es bezüglich der Verschmelzung von PR und Marketing vielleicht noch ein paar Ideen zur Umsetzung in Unternehmen, etwa durch Doppelspitzen in der Abteilungsleitung o. ä.? Wie sind Ihre Erfahrungen?

    Liebe Grüße
    Martin Wilbers

    • Lieber Martin Wilbers, danke für Ihren Kommentar! Der Mittelstand hat weniger Ressourcen und somit schwierigere Bedingungen. Oftmals fehlt die Strategie und es mangelt an Wertschätzung für Kommunikationskompetenz.
      Ich habe in der Praxis beobachtet, dass im Bereich Content-Marketing auch im Mittelstand funktionieren. Ich sammle gerade gerade Praxisbeispiele für mein Buch, das 2016 erscheinen wird. Beste Grüße, Claudia Hilker

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