Studie: Warum sich Unternehmen der Digitalisierung stellen müssen

Leadership | 7 Kommentare | von Claudia Hilker

Die Studie „Digital Leadership“ von Deloitte Digital und Heads! zeigt, dass viele Unternehmen bei der digitalen Transformation Nachholbedarf haben. Firmen, die langfristig erfolgreich bleiben wollen, müssen sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen. Sie brauchen einen „Digital Leader“ zur Steuerung des Wandels, der in den kommenden fünf Jahren alle Branchen erreicht haben wird. Von 102 untersuchten Unternehmen statten aber bislang nur 30 Prozent ihren „Head of Digital“ mit dem notwendigen Einfluss für eine erfolgreiche Transformation aus.

Digital Leadership als Überlebensstrategie

„Die Gewinner der digitalen Transformation werden diejenigen sein, die Paradigmenwechsel im eigenen Unternehmen als Standard etablieren und immer wieder neue Geschäftsmodelle erschaffen. Voraussetzung dafür sind die richtigen Führungspersönlichkeiten und eine Netzwerkstruktur, die über das eigene Unternehmen hinausgeht“, sagt Andreas Harting, Partner bei Deloitte Digital.

Digitaler Wandel braucht Führung

Um die digitale Transformation wirksam und nachhaltig umzusetzen, sind Führung und aktive Gestaltung durch einen „Digital Leader“ unabdingbar. Diese Rolle kann entweder von einem etablierten C-Level-Executive (CEO, CMO, CTO, CIO etc.) oder durch eine neu geschaffene Position, dem Chief Digital Officer (CDO), übernommen werden. Die Studie hat folgende zentrale Erfolgsfaktoren für diese Führungsposition ermittelt:

1. Präsenz in Vorstand und Aufsichtsrat;

2. Digitale Transformation als zentrales Fokusthema der Digital-Leader-Rolle;

3. Einfluss auf die G&V des Unternehmens.

Digital Leadership Studie

Digital Leader brauchen digitalen Erfahrungsschatz

Damit der Wandel ein organisatorischer und wirtschaftlicher Erfolg werden kann, muss die verantwortliche Person nicht nur mit den notwendigen Einfluss- und Steuerungsmechanismen ausgestattet sein, sondern auch über einen großen professionellen Erfahrungsschatz verfügen sowie eine Vielzahl an persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten mitbringen. CDOs haben zuvor im Schnitt 4,5 verschiedene leitende Positionen in Digital-, Technologie- und/oder Beratungsunternehmen bekleidet. Der „Digital Leader“ braucht diese vielseitige Erfahrung, um bestehende Silos im Unternehmen aufzubrechen, alles Existierende zu hinterfragen und die gesamte Organisation auf eine gemeinsame digitale Vision einzuschwören, ohne dabei traditionelle Prozesse und Strukturen zu missachten.

Digitalstrategie für den Erfolg von morgen

Lediglich 30 Prozent der 102 untersuchten Unternehmen, die behaupten eine Digitalstrategie haben und diese auch auszuführen, erfüllen die oben genannten Erfolgsfaktoren. Das zeigt, dass der digitalen Transformation bislang noch nicht die notwendige Wichtigkeit und Dringlichkeit beigemessen wird und die verantwortlichen Personen nicht genügend Einfluss haben, um das Thema nachhaltig im Unternehmen voranzutreiben. Das Top-Management muss dringend den Ernst der Lage erkennen und sich mit folgenden Fragestellungen beschäftigen:

1. Inwiefern wird die Digitalisierung meine Branche und mein Unternehmen betreffen?
2. Wann wird das geschehen?
3. Was sind die essenziellen nächsten Schritte, um die Rolle meines Unternehmens in der digitalen Welt von morgen neu zu definieren?

Fazit: Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die digitale Transformation von Unternehmen keine Frage der Technologie ist. Sie ist eine Frage der Unternehmensführung, getrieben durch den CEO und sein Top-Management-Team. In einem Strategie-Workshop mit dem Management-Team kann der Grundstein zur Entwicklung einer digitalen Strategie gelegt werden.

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Kommentare

  1. Es braucht daher „neue Führer“ in Industrie + Verwaltung + Politik, die diese Notwendigkeiten für eine digitale Transformation erkennen und in die Menschen investieren, d.h., die richtigen (kreativen) Köpfe intelligent (interdisziplinär) vernetzen, unterstützen und zur Weiterentwicklung bringen, mit dem Credo „Wir investieren zur Steuerung des Wandels wirklich in die (digitale) Entwicklung von Mitarbeitern und Führungskräften.“ Lesen Sie mehr dazu in meinem neuen eBook2, das von der Universität St. Gallen / Schweiz empfohlen wird: „Führung 5.0: Intelligent vernetzen – unterstützen – entfalten“, unter ‚Schust‘ http://www.bookboon.com. Empfehlen Sie es bitte weiter!

    • Danke für Ihren Kommentar, Günther H. Schust! Ich stimme Ihnen zu: Es braucht “neue Führer” in Industrie + Verwaltung + Politik, die die Notwendigkeiten für eine digitale Transformation erkennen. Danke auch den Link zum ebook. Beste Grüße, Claudia Hilker

  2. Eine Digitale Strategie kann nur eine Firma entwickeln, wenn sie versteht, was eigentlich das besondere an digitalen Medien ist und sie auch versteht, dass digitalen Medien eben nicht nur ein weiterer Kanal ist, sondern fundamental das Geschäftsmodell verändern kann und wird.

    Social Media, Industrie 4.0 etc. sind nur Schlagwörter. Die Veränderungen sind viel fundamentaler. Spannend ist, dass wir nicht mal einen Begriff haben, um diese Medien zu beschreiben. Ist es das Internet everywhere, das Internet der Dinge, die Infospähre, das Web? Neben dem Begriff müssen wir aber auch verstehen, was die digitalen Medien auszeichnet. Vielleicht hier mal http://goo.gl/HV6I9O schauen. Und wer noch in Produkten und Prozessen bei Innovationen oder Branchen denkt, versteht auch nicht die Veränderungen, die eben deutlich weiter gehen.

    • Danke für Ihren Kommentar, Patrick Stähler! Das ist genau das Problem, dass Unternehmen zunächst einmal verstehen müssen, was Ziel, Nutzen und Vorgehen einer digitalen Strategie ist und dass es unter Umständen neue Geschäftsmodelle erfordert.
      Beste Grüße, Claudia Hilker

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